Tauglichkeit hängt von Alter, Berufsstatus und Herkunft ab

Prof. Frank Rühli von der Universität Zürich hat mit seinem Team Tauglichkeitsentscheide von 241‘440 Stellungspflichtigen in den Jahren 2010 bis 2015 untersucht. Alter, sozioökonomischer Berufsstatus, Wohnort und Sprache weisen überkantonale Parallelen zu Tauglichkeit respektive Untauglichkeit auf. Die Armee wird in einer Folgestudie prüfen lassen, welche Wechselbeziehungen hinter diesen Einflussfaktoren liegen.

JUnge Männer
Junge Männer mit eher tiefen und eher hohen Bildung sind vermehrt untauglich.

Die 19- und 20-Jährigen weisen in allen Kantonen die höchsten Tauglichkeitsraten auf. Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er. Junge Schweizer Männer mit einem eher tiefen und solche mit einem eher hohen sozioökonomischen Berufsstatus sind vermehrt untauglich. Stellungspflichtige ländlicher Herkunft sind eher tauglich als Grossstädter. Konservativ und eher rechts stimmende Gemeinden weisen höhere Tauglichkeitsquoten aus als links sowie progressiv-liberal stimmende.

Welsche und Tessiner weniger tauglich als Deutschschweizer

Weiter ist der Studie der Universität Zürich zu entnehmen, dass die französischsprachigen Stellungspflichtigen eine tiefere Tauglichkeit aufweisen als die Deutschschweizer. Die italienischsprachigen Stellungspflichtigen befinden sich dazwischen.

Die Tauglichkeitsraten werden durch eine Kombination von individuellen und regionalen Faktoren beeinflusst. Die Armeeführung hat daher entschieden, eine Folgestudie erstellen zu lassen, in welcher die Einflussfaktoren auf auffällige Wechselbeziehungen hin überprüft werden sollen.

 

Erste umfassende Tauglichkeitsstudie

Prof. Frank Rühli und das Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich sind regelmässige Partner der Armee für wissenschaftliche Forschungen. Ende 2016 wurde beispielsweise mit Stellungspflichtigen eine Bauchumfang- und BMI-Studie von Dr. Kaspar Staub im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit durchgeführt und publiziert. Er war auch an der vorliegenden Studie beteiligt. Die Qualität und der Umfang der analysierten Daten bieten exzellente Grundlagen für die Forschung. Die Studie zur Tauglichkeit wurde auf Anregung der Studiengruppe «Dienstpflichtsystem» erstellt. Es ist die erste umfassende Tauglichkeitsstudie mit Daten des 2003 eingeführten neuen Rekrutierungssystems.