Zürcher Poetikvorlesungen mit Saša Stanišić

Im kommenden Herbst wird Saša Stanišić auf Einladung des Deutschen Seminars der Universität Zürich und des Literaturhauses die Zürcher Poetikvorlesungen halten. An drei Donnerstagen im November spricht der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller zu Grundfragen seiner Poetik.

Saša Stanišić
Saša Stanišić gehört zu den wichtigen Stimmen der jüngeren deutschsprachigen Autoren. (Bild: © Katja Sämann)

Alljährlich richtet das Deutsche Seminar der Universität Zürich gemeinsam mit dem Literaturhaus die Zürcher Poetikvorlesungen aus, an denen eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller deutscher Sprache Einblicke in ihr/sein Verständnis von Literatur gibt. Mit Saša Stanišić hat einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart die Einladung zu den diesjährigen Poetikvorlesungen angenommen. Der 1978 in Višegrad geborene und seit 1992 in Deutschland lebende Autor zählt spätestens seit seinem Debütroman Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) zu den wichtigen Stimmen der jüngeren deutschsprachigen Autoren. Der Roman trägt semiautobiographische Züge und handelt von dem Jungen Aleksandar aus Višegrad, der mit seiner Familie vor dem Bosnienkrieg nach Deutschland flieht und dort selbst die Kraft von Geschichten entdeckt.

Sprachzauberer und grandioser Erzähler

Zu seinem jüngsten Erfolg Fallensteller (2016) überschlagen sich die Feuilletons und machen Stanišić zum «Sprachzauberer», «Magier» mit «fieser Menschenkenntnis» und zu einem «heiteren Melancholiker», schlicht zu: «einfach einem unserer besten Erzähler». Dass es vom Fallensteller nicht weit zum Schriftsteller ist, der mit seinen Mitteln der Sprache Fallen stellt, führt dieses Buch vor, indem es die Kraft von Sprache in seinen verschiedenen Erzählungen auslotet.

«Wir freuen uns sehr, dass Saša Stanišić nach Zürich kommt. Sein Erzählen lässt tiefe Einsichten in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu, in der Sprache neu entdeckt wird. Er zeigt uns Figuren, die sprechen und erzählen, um irgendwo in der Welt eine Heimat zu finden – und zwar eine, die weder Nationen noch Religionen oder Geschlechter ausgrenzt, weil sie eben kein Ort ist, sondern ein Medium. Das Zürcher Publikum darf sich auf magische Abende voller Sprachzauber freuen», sagt Prof. Dr. Frauke Berndt, die gemeinsam mit Sebastian Meixner vom Deutschen Seminar und Dr. Gesa Schneider vom Literaturhaus die diesjährigen Poetikvorlesungen organisiert.

Vorlesungen, Seminar und Werkstattgespräche

Die Vorlesungen finden am 9.11., 16.11. und 23.11., jeweils um 20.00 Uhr, im Literaturhaus Zürich statt. Parallel zu den Poetikvorlesungen findet im Herbstsemester ein Seminar statt, das sich exklusiv mit den Texten von Stanišić beschäftigt. In den Sitzungen vom 10.11., 17.11. und 24.11. wird der Autor dieses Seminar zu Werkstattgesprächen besuchen.