Tierstudie von UZH und ETH vom Verwaltungsgericht Zürich bewilligt

Das kantonale Verwaltungsgericht hat den Rekurs gegen die geplante Studie von Universität und ETH Zürich mit Makaken abgelehnt. In zweiter Instanz wurde damit die vom kantonalen Veterinäramt erteilte Bewilligung bestätigt. Die beiden Hochschulen können gestützt auf das Urteil Entscheidungsprozesse im Gehirn erforschen, wie sie bei Schizophrenie und anderen psychischen Erkrankungen vorkommen.

Das Bild zeigt das Primatengehege am Institut für Neuroinformatik der UZH.
Das Makaken-Gehege mit Innen- und Aussenbereich samt Spielmöglichkeiten entspricht bestmöglichen Haltungsstandards. (Bild: UZH)

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich weist den Rekurs gegen die Bewilligung zur tierexperimentellen Studie der Universität Zürich und der ETH Zürich in zweiter Instanz nach dem Regierungsrat ab. Das Gesuch für die Studie zur Erforschung von Entscheidungsprozessen im Gehirn war eingehend von der kantonalen Tierversuchskommission geprüft, zur Bewilligung empfohlen und vom Veterinäramt im Juli 2014 bewilligt worden. Eine Minderheit der Tierversuchskommission hatte jedoch Rekurs eingereicht und diesen bis vor Verwaltungsgericht weitergezogen. Für die Versuchsgegner sind gemäss kantonalem Recht die Rekursmöglichkeiten nun ausgeschöpft.

Grosse Verantwortung gegenüber den Tieren

«Wie die sorgfältige Güterabwägung aller Instanzen bisher gezeigt hat, überwiegen die möglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Studie», sagt Prof. Michael O. Hengartner, Rektor der Universität Zürich. «UZH und ETH sind sich der grossen Verantwortung gegenüber den Tieren bewusst. Wir werden respektvoll mit den uns anvertrauten Makaken umgehen.» Die Anzahl der involvierten Tiere wurde auf das Minimum beschränkt und die Belastung soll so gering wie möglich gehalten werden. Zudem ist das Gehege der Makaken mit einem Innen- und Aussenbereich samt Spielmöglichkeiten viermal so gross wie gesetzlich vorgeschrieben und entspricht den bestmöglichen Haltungsstandards.

Erkenntnisse zur Behandlung von psychischen Erkrankungen

Ziel der Forschenden vom Institut für Neuroinformatik der UZH und der ETH Zürich ist es, in der stirnseitigen Hirnregion das komplexe Zusammenspiel von Nervennetzen besser zu verstehen. Sie versprechen sich dadurch neue Erkenntnisse für die künftige Behandlung von psychischen Erkrankungen.

Da der präfrontale Cortex bei Makaken ähnlich strukturiert ist, können Rückschlüsse auf die Abläufe im menschlichen Gehirn gemacht werden. Die Tiere lösen im Versuch verschiedene Verhaltensaufgaben, wie sie bei psychisch Kranken ebenfalls angewendet werden.

Tiere werden sorgfältig vorbereitet

Sobald der Entscheid des Verwaltungsgerichts rechtskräftig ist, werden die Vorbereitungen zur Studie eingeleitet. Es können zwei bis drei Monate vergehen, bis die Tiere aus einer anerkannten Zucht ausgewählt sind und in Zürich eintreffen. Mit den eigentlichen Versuchen kann frühestens Ende Herbst begonnen werden. Zuerst müssen die Tiere eingewöhnt und spielerisch an ihre Aufgaben herangeführt werden. «Erst wenn die Makaken ihre Verhaltensaufgaben weitgehend stressfrei lösen, sind die erhobenen Daten auch aussagekräftig», erklärt der Forschungsleiter Prof. Valerio Mante. Die Studie und die Tierhaltung werden regelmässig vom kantonalen Veterinäramt, der Tierversuchskommission und den Tierschutzbeauftragten der UZH kontrolliert.

Strenge Policies regeln die tierexperimentelle Forschung

Die Universität Zürich und die ETH Zürich regeln ihre tierexperimentelle Forschung mit strengen Policies. Diese stützen sich auf die Grundsätze von «swissuniversities» und der «Basler Deklaration» sowie auf die Umsetzung der 3R-Prinzipien «Replace, Reduce, Refine» (Vermeiden, Verringern, Verbessern). So wird die kleinstmögliche Anzahl Tiere in die Studie eingebunden, und die Belastung für die Tiere wird auf ein Minimum reduziert.