Gymnasiallehrer-Ausbildung in enger Kooperation mit den Mittelschulen

Die Universität Zürich bildet Lehrerinnen und Lehrer für Maturitätsschulen in enger Zusammenarbeit mit den Schulen aus. Für den Unterricht braucht es Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker und für rund 1000 Praktika pro Jahr genügend Lehrpersonen, die den Studierenden praktische Erfahrungen ermöglichen und sie dabei betreuen. Die Ausbildung der Lehrpersonen – ein wichtiger Teil des Bildungsauftrags der UZH – ist jetzt rechtlich verbindlicher geregelt worden.

Hände, die in der Schule aufstrecken
Die UZH bildet Gymnasiallehrerinnen und -lehren in enger Zusammenarbeit mit den Mittelschulen aus. (Bild: iStock.com/FangXiaNuo)

Die hohe Qualität des Zürcher Bildungssystems hängt entscheidend von den Lehrerinnen und Lehrern ab. In den Maturitätsschulen (gymnasiale Maturität, Fachmaturität, Berufsmaturität) begleiten sie die Jugendlichen auf ihrem Bildungsweg bis zur Matur und damit zur Hochschulreife. Dementsprechend kommt der Ausbildung der Lehrpersonen eine hohe Bedeutung zu. Um eine qualitativ hochstehende Ausbildung dieser Lehrerinnen und Lehrer anbieten zu können, arbeiten die Universität Zürich und die Zürcher Maturitätsschulen eng zusammen.

An der UZH sind die Fakultäten für die fachwissenschaftliche Ausbildung der Lehrpersonen in den Maturitätsfächern zuständig. Die pädagogische und (fach-)didaktische Ausbildung erfolgt an der Philosophischen Fakultät unter der Federführung des Instituts für Erziehungswissenschaft. Da wird auch die berufspraktische Ausbildung organisiert, die an den Maturitätsschulen stattfindet. «Wir haben gemeinsam mit den Maturitätsschulen die Grundlagen für die komplexe Organisation dieser Ausbildung erneuert und präzisiert», sagt Lucien Criblez, Professor für Erziehungswissenschaft und zuständiger Projektleiter. Der Universitätsrat hat am 4. Juli 2016 eine entsprechende Verordnung genehmigt.

Mehr Fachdidaktiker und Praktikumslehrer gefragt

Insgesamt sind an der UZH rund 1000 Studierende immatrikuliert, die auf ihre Lehrtätigkeit an Maturitätsschulen vorbereitet werden. Voraussetzung dafür ist ein Masterabschluss in einem oder zwei Unterrichtsfächern wie beispielsweise Geschichte, Deutsch, einer Fremdsprache, Philosophie, Biologie, Physik oder Mathematik. Ergänzend zu diesem fachwissenschaftlichen Studium vermittelt das «Lehrdiplom»-Studium im Umfang von 60 ECTS-Punkten die pädagogisch-didaktische und berufspraktische Ausbildung.

In der fachdidaktischen Ausbildung werden die Studierenden hauptsächlich von Dozierenden ausgebildet, die hauptberuflich an einem Gymnasium unterrichten. Nebst diesen Dozierenden für Fachdidaktik braucht es zahlreiche Praktikumslehrpersonen, also Lehrinnen und Lehrer an den Maturitätsschulen, in deren Klassen die Studierenden praktische Erfahrungen sammeln können. Die Praktikumslehrpersonen unterstützen die Studierenden bei der Vorbereitung, begleiten und betreuen sie bei der Durchführung des Unterrichts und analysieren und evaluieren mit ihnen den Unterricht. Die Studierenden müssen ihre Unterrichtskompetenz im Lehrdiplomstudium in Prüfungslektionen unter Beweis. Auch diese Prüfungslektionen finden in den Maturitätsschulen statt. «Wir haben nun auch die finanzielle Entschädigung für die unterschiedlichen Aufgaben  verbindlich geregelt», so Prof. Lucien Criblez weiter. Mit der Neuregelung sollten die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass die UZH für die Mitwirkung in der Lehrdiplomausbildung auch in Zukunft die besten Köpfe der Maturitätsschulen gewinnen kann.