Neue Stiftungsprofessur für Krebsepidemiologie und -versorgung

Die Universität Zürich errichtet ab 2020 eine Professur für Krebsepidemiologie und -versorgung. Erstmals in der Schweiz sollen Risikofaktoren, Krebserkrankungen auf Bevölkerungsebene, Früherkennung und Patientenversorgung übergreifend erforscht werden. Ermöglicht wird die Professur dank einer Spende der Stiftung «Haus der Schweizerischen Krebsliga» über 5 Millionen Franken.

Neue Stiftungsprofessur für Krebsepidemiologie und -versorgung
Neue Stiftungsprofessur für Krebsepidemiologie und -versorgung
Die Krebsepidemiologie erforscht Krebs in der Gesamtbevölkerung, die Versorgungsforschung untersucht die medizinische Betreuung im Klinikalltag. (Bild: iStock.com/rclassenlayouts)

Jede dritte Person in der Schweiz erkrankt im Lauf ihres Lebens an Krebs – rund 40'500 Neuerkrankungen sind es pro Jahr. Und etwa 16'700 Menschen sterben jährlich an einer Krebserkrankung. Um die Last durch Krebs sowohl im individuellen Fall wie auch auf Bevölkerungsebene zu reduzieren, müssen Früherkennung und Behandlung von Krebs laufend wissenschaftlich evaluiert werden. Grundlage dafür sind insbesondere populationsbasierte und klinische Daten.

Neuartige Professur dank grosszügiger Schenkung

Um die Erforschung der Krebsepidemiologie und der Versorgung krebskranker Menschen zu stärken, errichtet die Universität Zürich (UZH) ab 2020 die «Giorgio Noseda Professur für Krebsepidemiologie und -behandlung». Möglich gemacht wurde sie durch eine Spende an die UZH Foundation von 5 Millionen Franken von der Stiftung «Haus der Schweizerischen Krebsliga», die damit ihren Gründer, den Tessiner Arzt Giorgio Noseda, für seine Verdienste in der Krebsbekämpfung ehrt.

Krebsforschung von Früherkennung bis Patientenversorgung

Die Professur verfolgt einen datenbasierten, übergreifenden Ansatz der Krebsbekämpfung. Die Krebsepidemiologie erforscht Krebsursachen und Risikofaktoren und überwacht Krebserkrankungen in der Gesamtbevölkerung. Die Versorgungsforschung wiederum untersucht das Verhältnis von Kosten und Nutzen der Früherkennung – sogenannte «Screenings» – sowie der medizinischen Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten. «Ziel der Professur ist es, diese Forschungsbereiche stärker miteinander zu verbinden und die Krebsregistrierung wissenschaftlich zu unterstützen», sagt Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) der UZH, wo die Professur angesiedelt wird.

Professur von nationaler gesellschaftlicher Bedeutung

Wie Puhan betont, birgt die Professur nicht nur ein grosses Potenzial für die Forschung: «Die Ergebnisse aus dieser Forschung sind auch relevant, um Früherkennung und medizinische Versorgung zu planen und zu evaluieren. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Bevölkerung in der Schweiz».