Die Wirkungen des Wirtschaftswunders in China

Die wirtschaftlichen Reformen in China haben fünf- bis sechshundert Millionen Menschen aus der Armut geführt. Doch dieser fulminante Aufschwung ist auch von zahlreichen Herausforderungen begleitet, auf nationaler und internationaler Ebene, von der Gefährdung des sozialen Zusammenhalts bis hin zur Währungspolitik. Unter dem Titel «The great Transition» diskutieren international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am kommenden Mittwoch an der Universität Zürich Ursachen und Wirkungen des chinesischen Wirtschaftswunders.

Seit Deng Xiaoping vor gut 30 Jahren mit wirtschaftlichen Reformen sein Land in eine neue Zukunft geführt hat, hat China einen unvergleichlichen Aufschwung erlebt, der nach neuesten Schätzungen fünf- bis sechshundert Chinesen aus der Armut gehoben hat. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung war dabei begleitet vom Übergang in eine vollständige Marktwirtschaft. Dieser Übergang brachte aber auch neue Herausforderungen mit sich. Beispielsweise die Gefährdung des sozialen Zusammenhalts durch die wachsende Einkommensungleichheit sowie durch ein starres Stadt-Land Gefälle. Dringend eine Reform benötigt auch das soziale Wohlfahrtssystem, inklusive die Pensionskassen, welche auf komplizierte Art und Weise mit bestehenden Migrationsgesetzen verknüpft sind. Auf internationaler Ebene zu Spannungen geführt hat, ganz aktuell, die Währungspolitik des Landes. Denn China hat sich auf der globalen Bühne nicht nur zur Fabrik vieler westlicher Länder entwickelt, sondern es ist auch zu deren Gläubiger geworden. Die rasante Entwicklung birgt schliesslich auch Ängste bezüglich ihrer Verträglichkeit mit der globalen Nachhaltigkeit.

Anlässlich der Konferenz «The great Transition» berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre aktuelle Forschung, und sie geben Einblick in die Mechanismen der wirtschaftlichen Transition in China und deren Wirkungen auf die moderne Gesellschaft. Es referieren führende Ökonomen von Top-Universitäten weltweit, eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere auch Studierende und Praktiker aus der Wirtschaft und von öffentlichen Institutionen. Zur Debatte lädt der Professor für Makroökonomie und Politische Ökonomie Fabrizio Zilibotti.

Konferenz:

The Great Transformation of China: Economic and Financial Factors

Mittwoch, 10. November 2010, 8:30 – 18:00 Uhr

Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum KOL-G-217

Programm: http://www.iew.uzh.ch/chairs/zilibotti/ChinaConference.html

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich; bitte per Mail an yikai.wang@iew.uzh.ch.

Auszug Programm:

  • Shang-Jin Wei (Columbia GSB): Seemingly Under-valued Currencies
  • Keyu Jin (London School of Economics): Comparative Advantage and Growth: An Accounting Approach
  • Dennis Tao Yang (Chinese University Hong Kong): Accounting for Rising Wages in China
  • Zheng Song (Fudan University): Life Cycle Earnings and the Rise in Household Saving in China
  • Kjetil Storesletten (Federal Reserve Bank): Chinese Pension Reform in the Face of Financial Imperfections
  • Chong-En Bai (Tsinghua University): Factor Income Distribution in China
  • Xiaodong Zhu (University of Toronto): Misallocation of Capital Across Time: China's Investment Rate Puzzle
  • Jo Van Biesebroeck (Katholieke Universiteit Leuven): WTO Accession and Firm-level Productivity in Chinese Manufacturing
  • John van Reenen (London School of Economics): The Impact of China on Innovation
  • Chang-Tai Hsieh (Chicago Booth GSB): A Global View of Productivity Growth in China and India