Faszination, die ansteckt

Über 15'000 Besucherinnen und Besucher strömten am Wochenende in die Hauptgebäude der Universität Zürich und der ETH Zürich und liessen sich von der Faszination für Wissenschaft anstecken. An drei Tagen zeigten 250 Forschende der beiden Hochschulen, was die Welt antreibt. Nach dem Erfolg am Wochenende planen die Hochschulen auch nächstes Jahr wieder eine Scientifica zu veranstalten.

Soll ich mir eine Vorlesung über Sinn und Unsinn in der Ernährung anhören oder testen, wie es um meine Willenskraft bestellt ist? Das Programm der Scientifica war so reichhaltig, dass die Besucherinnen und Besucher oft die Qual der Wahl hatten. An der Universität waren ebenso Projekte der ETH zu sehen, wie umgekehrt. So wurde erfahrbar, wie die beiden Hochschulen zusammenarbeiten und von der Nachbarschaft gegenseitig profitieren. Universität Zürich und ETH Zürich zeigten der Bevölkerung den Wissenschaftsstandort Zürich von seiner besten Seite.

Scientifica als Familienevent

Egal, ob beim geologischen Steineklopfen oder beim Zeichnen mit der eigenen Spucke — der Enthusiasmus der Kleinsten war an der Scientifica am Grössten. Besonders der Sonntag, an dem die beiden Hochschulen viele Attraktionen für Kinder anboten, lockte ganze Familien in die beiden Hauptgebäude. Die Chemie-Shows, die Kindervorlesungen aber auch der Roboter-Programmierkurs für Kinder erlebten einen solchen Ansturm, das sie komplett ausgebucht waren.

Als ein besonderer Anziehungspunkt entpuppte sich auch das Scientifica-Zelt auf der Polyterrasse. Bei den Science Slams, bei denen Wissenschaftler in nur zehn Minuten auf möglichst unterhaltsame Art und Weise ihre Forschung präsentieren, waren die rund 300 Plätze vollbesetzt. Auch die Science Talks, bei denen sich Prominente wie Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf oder Schauspieler Mike Müller einen Wissenschaftler, respektive eine Wissenschaftlerin für das Gespräch aussuchen durften, stiessen auf reges Interesse. Beide Formate zeigten, dass beim Thema Wissenschaft durchaus auch viel gelacht werden darf.

Was sie schon immer mal wissen wollten...

Rund 4'000 Zuhörer und Zuhörerinnen besuchten die 45 Kurzvorlesungen, die in den Hörsälen der beiden Hochschulen angeboten wurden. Die Forschenden hatten sichtlich Freude am interessierten Publikum und gaben sich alle Mühe, auch hochkomplexe Themen einfach und verständlich zu erklären. In den gut gefüllten Sälen wurde aber nicht nur doziert, sondern auch eifrig nachgefragt. Viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, die Forschenden zu fragen, was sie schon immer mal wissen wollten.

Scientifica - wo sich Begeisterung überträgt

Eine positive Bilanz ziehen auch die beiden Hauptverantwortlichen der Scientifcia. So erklärt Prof. Daniel Wyler, Prorektor für Medizin und Naturwissenschaften der Universität Zürich: «Die Scientifica ist ein Tor zur Welt der Wissenschaft und Innovation. Sie zeigte während drei Tagen die grosse Bedeutung der Forschung für die Gesellschaft, die Begeisterung und den innere Antrieb der Forschenden. Die Besucherinnen und Besucher wurden zum Teil dieses Tuns.» Und Prof. Roland Siegwart, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich, ergänzt: «Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass sich an der Scientifica die Faszination für Wissenschaft in den Gesichtern der Besucher und der Forschenden gleichermassen spiegelte. Es ist der Scientifica gelungen, dass alle von den Begegnungen an den Zürcher Wissenschaftstagen profitieren konnten.»

Die Scientifica 2011 war ein Grossereignis, das viele Besuchenden anzog und viel Raum und Zeit für persönliche Begegnungen und Fragen bot. Nach dem Erfolg der Zürcher Wissenschaftstage planen die Hochschulen auch nächstes Jahr wieder eine Scientifica zu veranstalten.