«Mumien: Mensch, Medizin, Magie»: Von Ötzis Knochenstück bis zur ägyptischen Mumie

Die Universität Zürich zeigt auf dem Campus Irchel eine umfassende Mumien-Ausstellung. Sie präsentiert unterschiedliche Arten von Mumien und erklärt anschaulich die moderne Mumienforschung. Die Ausstellung vermittelt aber auch den faszinierenden Totenkult im alten Ägypten und die Magie, die von Mumien ausgeht. «Mumien: Mensch, Medizin, Magie» dauert vom 23. September 2011 bis 8. Januar 2012.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Welt der Mumien und die neuesten Techniken, mit denen Mumien heute an der UZH medizinisch erforscht werden. Herzstück der Ausstellung ist eine begehbare ovale Mumienkapsel. Darin aufgebahrt sind die Mumie des ägyptischen Priesters Nes-Schu, eine peruanische Hockermumie, die Basler Barfüssermumie, eine Römermumie aus Ägypten, ein mittelalterliches Kinderhirn und ein Knochenstück von «Ötzi». An diesen und anderen Mumien erforschen Privatdozent Frank Rühli und sein Team am Zentrum für Evolutionäre Medizin Todesursachen und diagnostizieren Krankheitsbilder. Ihr Ziel ist es, mehr zu erfahren über die Veränderungen und Neuentstehungen von Krankheiten über die Jahrhunderte hinweg. So gelangen sie zu neuen Erkenntnissen über Krankheits- und Gesundungsprozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Trailer zur Mumienausstellung

Mumien auswickeln

Mumien tragen historische Krankheiten in sich, sind tote Patienten und medizinische Forschungsobjekte. Die Ausstellung zeigt anhand von Filmen und Schautafeln, wie Mumien durchleuchtet und untersucht werden. Die Forscher nutzen beispielsweise Computertomographie oder Magnet-Resonanz-Bildgebung (MRI), um eine Mumie am Computer auszupacken, ohne sie anfassen oder beschädigen zu müssen.

Mumien-DNA entschlüsseln

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren, wie Mumien mit Methoden der Molekularbiologie untersucht werden. Sie lernen die modernsten genetischen Techniken kennen, mit denen der DNA-Code von historischen Mumien geknackt und ihre Krankheitserreger festgestellt werden können. Die Besucher können selber erfahren, wie man mit DNA-Analysen verwandtschaftliche Beziehung von Mumien nachweisen kann.

Mumien erzählen

Mumien sind nicht nur Objekte der Forschung; Mumien haben gelebt, geliebt, gelitten. Sie sind Zeugnisse historischer Epochen und erzählen von Werten und Kenntnissen früherer Kulturen. In der Ausstellung wird darum auch der Totenkult vorgestellt und erklärt, warum und wie die alten Ägypter die Verstorbenen mumifiziert haben. Ihre Jenseitsvorstellungen werden beschrieben und die Ausstattung ihrer Gräber. Zu sehen sind unter anderem Grabbeigaben wie der Ba-Vogel, Amulette oder die kopfartigen Deckel der Kanopen-Krüge, in denen die Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden.

Nicht zuletzt beantwortet die Ausstellung die Frage, ob absichtlich in Mumien eingesetzte Krankheitserreger spätere Ausgräber anstecken und so den bekannten «Fluch der Mumie» auslösen können.

Öffnungszeiten, Preise, Führungen, Schulen:

Universität Zürich, Campus Irchel
Winterthurerstrasse 190
8057 Zürich

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 11–18 Uhr
www.mumienausstellung.ch

Normalpreis: CHF 15 Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahre: CHF 5 Kinder unter 6 Jahre: gratis Familienticket: CHF 25 Lehrlinge / Studierende / Doktorierende: CHF 8 AHV / IV / UZH-Mitarbeitende: CHF 10 Gönner- / Donatoren-Ticket: CHF 90
Im Ticketpreis inbegriffen ist die Hin- und Rückfahrt mit dem Tram und Bus der VBZ, Zone 10 (Stadt Zürich), 2. Klasse (60 Minuten), jeweils am Samstag und Sonntag um 14 Uhr

Kosten: Eintritt + CHF 5

Gruppengrösse: 10–20 Personen Montag bis Freitag jeweils um 18 oder 19 Uhr
 Kosten: CHF 150 exkl. Eintritt oder CHF 360 inkl. Eintritt

Anmeldung: Tel. 044 635 35 02 oder lifescience@lifescience.uzh.ch

Zwischen 8 bis 11 Uhr, jeweils 1 Stunde

Preis: CHF 100 inkl. Eintritt pro Klasse
Zeit nach Vereinbarung, Kosten zwischen CHF 150 und CHF 250

Ab 3. Klasse Primarschulen

Schülerinnen und Schüler lernen die faszinierende Welt der Mumien kennen und erfahren, welche verschiedenen Disziplinen (Archäologie, Ägyptologie, Geschichte, Anthropologie, Medizin, Biologie etc.) an der Mumienforschung beteiligt sind. Auf spielerische Art wird gezeigt, wie die Resultate der Mumienforschung für das Verständnis heutiger Krankheiten wichtig sind.

Dauer inkl. Führung: ca. 1 1/2 Stunden

Kosten: CHF 150

Sekundarstufe I

Hier wird die Welt von ihrer kleinsten (für uns sichtbaren) Seite präsentiert: aus einer Frucht, einem Gemüse und auch aus den eigenen Mundschleimhautzellen wird die Erbsubstanz (DNA) aus dem Zellkern isoliert. Dabei werden folgende Fragen behandelt: Was haben wir mit einer Gurke gemeinsam? Wie werden die Eigenschaften eines Lebewesens gespeichert und weitergegeben? Wie kann Neues entstehen?
 (Durchführung in Zusammenarbeit mit dem Life Science Zurich Learning Center).

Dauer: 3 Stunden

Kosten: CHF 150

Sekundarstufe II

Mittels Polymerase-Chain-Reaction (PCR) und Elektrophorese wird eine Tatort-DNA-Analyse durchgeführt und ausgewertet. Dabei lernen Schüler die Theorie (genetischer Fingerabdruck, Allelfrequenzen, Elektrophorese, PCR) und die praktische Handhabung zur Vermehrung winzigster DNA-Mengen sowie deren Bedeutung in der Forschung, Kriminalistik und Industrie kennen.
 (Durchführung in Zusammenarbeit mit dem Life Science Zurich Learning Center und dem Verein Forschung für Leben)


Dauer: ganzer Tag

Kosten: CHF 250