Wirtschaftswissenschaften der UZH: Ausgezeichnete Fachrichtungen stehen Modell für Neuorganisation

Die Wirtschaftswissenschaften der Universität Zürich bekleiden international eine Spitzenposition. Nachhaltig gestärkt wird diese Entwicklung mit der nun transparenter gestalteten Organisationsstruktur der Fakultät. Neu werden die bisherigen Institute innerhalb der Betriebswirtschafts- und der Volkswirtschaftslehre je unter einem Dach zusammengeführt.

Wissenschaftliche Rankings wie auch die Akkreditierungen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (WWF) der Universität Zürich durch AACSB International (USA) und EQUIS (Brüssel) zeigen, dass Forschungsleistung und Studienprogramme der WWF höchsten internationalen Anforderungen entsprechen. Während sich das Studienangebot bereits in Studienrichtungen nach internationalem Vorbild gliedert, verfügt die Fakultät neu auch über eine Organisationsstruktur, deren Grundlage ihre vier etablierten Fachbereiche bilden. Entsprechend setzt sich die WWF seit Anfang Jahr nur noch aus vier statt bisher acht Instituten zusammen: Betriebswirtschaftslehre (BWL), Volkswirtschaftslehre (VWL)‚ Banking und Finance sowie Informatik. Dabei wurden insbesondere die insgesamt sechs Institute in den Bereichen BWL und VWL je unter einem Dach zusammengeführt. Die beiden übrigen Institute bleiben in ihrer bisherigen Form bestehen, neu ist einzig der Name des Instituts für Banking und Finance (vorher: «Institut für schweizerisches Bankenwesen»).

Strategische Positionierung im internationalen Wettbewerb

Prof. Josef Falkinger, der Dekan der WWF, unterstreicht die Bedeutung der Neuorganisation für die strategische Positionierung: «Die WWF stützt sich in ihrem Selbstverständnis auf ihre vier Fachbereiche. Zur nachhaltigen Absicherung der von der Fakultät eingeschlagenen Exzellenzstrategie muss dieses Selbstverständnis auch in der Organisationsstruktur transparent und nachvollziehbar abgebildet werden.» Mit den neuen Instituten für Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre werden klare Verantwortungsträger geschaffen, die eine verstärkte Identitätsbildung und damit auch eine strategische Positionierung erlauben. Dies sei nicht zuletzt deshalb von grosser Bedeutung, betont der Dekan, um sich im international weiterhin zunehmenden Wettbewerb auch zukünftig bewähren zu können.

BWL an der UZH: Erster universitärer Lehrstuhl im gesamten deutschen Sprachraum

Leiter des neuen BWL-Instituts ist seit Anfang Januar Prof. Dieter Pfaff. Seit 1994 als Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre am Institut für Rechnungswesen und Controlling tätig, ist er vom Mehrwert der Zusammenführung der Institute überzeugt: «Die organisatorische Zusammenführung der verschiedenen Forschungsbereiche innerhalb der BWL bietet eine ideale Basis, um die Kooperation in Forschung und Lehre wie auch die Nachwuchsförderung weiter zu optimieren». Dabei blickt die BWL auf eine lange Geschichte zurück: Hier wurde 1903 der erste universitäre Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (damals noch «Handelsbetriebslehre») im gesamten deutschen Sprachraum geschaffen. Den Pioniergeist hat das Fach seither aufrecht erhalten: Das neu geschaffene Institut umfasst alle wichtigen Teilgebiete der Betriebswirtschaftslehre, darunter Accounting, Entrepreneurship, Management, Marketing, Operations Research, Organization und Strategy. Geforscht wird mit einem interdisziplinären Ansatz, der die klassischen kaufmännischen Wurzeln der Betriebswirtschaftslehre mit Wissen und Methoden der Unternehmens- und Managementtheorien, Ökonomie, Psychologie, Soziologie sowie der Politikwissenschaften verbindet.

Gebündelte Forschungskraft in der VWL

Im neuen Institut für VWL werden Forschungsfelder vereint, welche diverse Teilbereiche der Volkswirtschaftslehre umfassen, darunter Ökonometrie, Makroökonomie, Mikroökonomie und Neuroökonomie. Eine wichtige Rolle spielen interdisziplinäre Ansätze, wobei moderne Volkswirtschaftslehre mit historischen, politikwissenschaftlichen psychologischen, biologischen und soziologischen Elementen verbunden wird. Im internationalen Vergleich zählt das Institut für Volkswirtschaftslehre in diversen Bereichen zu den Spitzenreitern. Ihm gehören zwei Forschungszentren an, die durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) finanziert werden: Das Zentrum für «Organizational Design» sowie das Zentrum für «Institutions, Policy, and Culture in the Development Process». Des Weiteren verfügt das Institut mit dem weltbekannten Laboratory for Experimental and Behavioral Economics und dem Laboratory for Social and Neural Systems Research über zwei hervorragende Forschungseinrichtungen.

Die Neuorganisation der Wirtschaftswissenschaftlichen

Fakultät im Überblick

Die bisherigen Institute für Strategie und Unternehmensökonomik (ISU), für Organisation und Unternehmenstheorien (IOU), für Rechnungswesen und Controlling (IRC) sowie für Operations Research und mathematische Methoden der Wirtschaftswissenschaften (IOR) bilden neu das Institut für Betriebswirtschaftslehre (IBW). – Direktor des neugeschaffenen Instituts ist Prof. Dr. Dieter Pfaff, seit 1994 als Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre am Institut für Rechnungswesen und Controlling tätig, welches nun ebenfalls Teil des neuen BWL-Instituts ist; ausserdem (unter anderem): geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift «Die Unternehmung» und Mitglied des Editorial Board der Zeitschrift «Management Accounting Research»; Forschungsinteressen: Unternehmensrechnung, Performancemessung, Controlling.

Das Institut für Empirische Wirtschaftsforschung und das Sozialökonomische Institut, einschliesslich deren Untereinheiten Wirtschaftswissenschaftliches Institut und Statistisches Seminar, bilden zusammen neu das Institut für Volkswirtschaftslehre (IVW). – Direktor des neugeschaffenen Instituts ist Prof. Dr. Ernst Fehr, seit 1994 Professor der Mikroökonomik und experimentellen Wirtschaftsforschung an der UZH; ausserdem (unter anderem): externes Mitglied der Wirtschaftsfakultät am Massachusetts Institute of Technology, Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, John Kenneth Galbraith Fellow der American Academy of Political and Social Sciences; Forschungsschwerpunkte: die unmittelbaren Muster und evolutionären Ursprünge des menschlichen Altruismus und das Zusammenspiel zwischen sozialen Präferenzen, sozialen Normen und strategischen Interaktionen.

Das Institut für Informatik (IFI) bleibt in seiner bisherigen Form bestehen; das Institut für schweizerisches Bankenwesen wird in Institut für Banking und Finance (IBF) umbenannt.