Acht neue Universitäre Forschungsschwerpunkte

Von sozialen Netzwerken, Finanzmärkten bis zu globalem Wandel und Biodiversität: Die Universität Zürich stärkt mit acht neuen Forschungsschwerpunkten ab 2013 die Forschung in gesellschaftlich relevanten Themenbereichen. Die neuen Universitären Forschungsschwerpunkte sollen massgebende Impulse für die Universität Zürich und den Standort Zürich liefern. 

Mit den Universitären Forschungsschwerpunkten (UFSP) strebt die Universität Zürich eine nachhaltige Entwicklung in international herausragenden Wissenschaftsbereichen an. Die UFSP bauen auf der bestehenden Forschungskompetenz auf, nehmen neue Trends auf und fördern insbesondere die Nachwuchsforschenden. «Mit den UFSP ermutigt die Universität Zürich initiative Forscherinnen und Forscher, in neue Gebiete vorzustossen und diese an der Universität zu entwickeln. Die Universität fördert damit innovative und zugleich gesellschaftlich relevante Wissenschaftsbereiche», erklärt Daniel Wyler, Prorektor Medizin und Naturwissenschaften der Universität Zürich. Die neuen UFSP nehmen ihre Arbeit ab 1. Januar 2013 auf. Für die aktuellen UFSP beginnt dann die letzte Vierjahresphase.

Soziale Netzwerke und regulierte Finanzmärkte

Soziale Netzwerke beeinflussen, wie Menschen und Unternehmen in Gesellschaften interagieren. Der UFSP «Soziale Netzwerke» unter der Leitung von René Algesheimer, Prof. für Marketing und Marktforschung, untersucht die Zusammenhänge zwischen sozialen Strukturen in der Gesellschaft und ökonomischem Handeln.

Ausgelöst durch die Finanzkrise ist die Frage, inwieweit Märkte reguliert werden müssen, aktueller denn je. Der UFSP «Finanzmarktregulierung», der von den Rechtswissenschaftsprofessoren Rolf Sethe, Hans Caspar von der Crone und Rolf Weber geführt wird, will die bestehenden Regulierungskonzepte vor dem historischen Hintergrund betrachten und nationale sowie internationale Regulierungsvorhaben analysieren.

Alters- , Sprach- und Krebsforschung

Bis anhin konzentrierte sich die Altersforschung auf die Rehabilitation oder Defizite im Alter. Innovativer Ansatzpunkt des UFSP «Dynamik gesunden Alterns» ist es hingegen, die Grundlagen für den Erhalt von psychologischer Gesundheit vom mittleren bis ins hohe Alter zu erforschen. Das Team um den Neuropsychologen Lutz Jäncke und den Gerontopsychologen Mike Martin untersucht, wie individuelle Lebensqualität und Gesundheit langfristig stabilisiert werden können.

Unser Sprechen ist in geographische und soziale Räume eingebettet und ermöglicht Identität und Abgrenzung. Sprecher aufgrund ihrer sprachlichen Merkmale einem Raum zuzuweisen, ist gerade in der Schweiz üblich. Diese grundlegende Beziehung zwischen Sprache und Raum untersuchen die Sprachwissenschaftler Elvira Glaser und Heiko Hausendorf. Unter ihrer Leitung wird der UFSP «Sprache und Raum» Erkenntnisse der Dialektologie mit der Sprachtypologie und der interaktionslinguistischen Forschung verbinden.

Krebs wird durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen, immunologischen und umweltbedingten Faktoren verursacht. Der UFSP «translationale Krebsforschung» fördert die Zusammenarbeit zwischen den besten klinischen und grundlagenorientierten Forschenden der Universität Zürich. Die Federführung obliegt dabei Lars French, Prof. für Dermatologie am Universitätsspital und Konrad Basler, Prof. für Molekularbiologie. Ihr Ziel ist es, möglichst rasch, neue Therapien entwickeln zu können.

Von Sonnenlicht zu chemischer Energie

Der UFSP «Von Sonnenlicht zu chemischer Energie» setzt sich zum Ziel, mit neuartigen Materialien und Prozessen, Energie aus Sonnenlicht direkt in Wasserstoff zu speichern. Unter der Leitung von Roger Alberto, Prof. für anorganische Chemie, sollen die Schritte der Photosynthese mit chemischen Katalysatoren kopiert werden. Dadurch können Kernenergie und fossile Brennstoffe nachhaltig ersetzt werden. Der UFSP will so einen Beitrag zur langfristigen Energieversorgung leisten.

Evolution, Globaler Wandel und Biodiversität

Die Pflanzenbiologen Beat Keller und Ueli Grossniklaus leiten den UFSP «Evolution in Aktion: Vom Genom zu Ökosystemen». Ihr UFSP integriert die vielfältige Evolutionsforschung in Biologie und Medizin an der Universität Zürich in schweizweit einmaliger Weise. Die Wissenschaftler nutzen dabei das Potential neuer Methoden der Genomanalyse. Sie erforschen beispielsweise die Veränderung von Krankheitserregern, oder die Evolution von Genen, die bei der Entstehung von Krankheiten wichtig sind.

Der UFSP «Globaler Wandel und Biodiversität» befasst sich mit einer Herausforderung unserer Zeit: dem Verlust von Biodiversität im Zusammenhang mit globalen Veränderungen. Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sind bisher nur ungenügend bekannt. Michael Schaepman, Prof. für Fernerkundung, sowie Andrew Hector und Bernhard Schmid, beide Prof. für Umweltwissenschaften, wollen Rückkopplungsmechanismen zwischen Biodiversitätsverlust und globalem Wandel aufzeigen. Mit ihrem Team werden sie dabei erstmals grossräumige Beobachtungen mit Feldexperimenten und Modellen verbinden.