Sieben Vorlesungen für die Allgemeinheit

Im Herbstsemester 2012 bietet die Universität Zürich der Öffentlichkeit eine grosse Palette an Vorlesungen an: «Sprache(n) verstehen» und «Konversion», zwei Veranstaltungen gemeinsam mit der ETH Zürich, «Von der Krippe zum Gymnasium», «Wohn- und Lebensformen im Alter(n)», «Ursprungsgeschichten», «Literaturtheorie der Gegenwart» und «Geld». Die Vorlesungen starten am Montag, 17. September, und sind gratis. 

Ist unsere Sprachfähigkeit ererbt oder erlernt? Wie lässt sich lautlos über alles sprechen? Fragen zum Erstspracherwerb, zu Sprach- und Sprechstörungen, zum Sprachgebrauch und Sprachwandel oder zur Sprachenvielfalt beantworten Expertinnen und Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen in der Ringvorlesung «Sprache(n) verstehen». Hörerinnen und Hörer erfahren, wie sich die Forschung aus der Linguistik, der Philosophie, den Neurowissenschaften, der Evolutionsbiologie, der Entwicklungspsychologie und der Computerlinguistik dem Phänomen der Sprache nähert.

In der Ringvorlesung «Konversion. Interreligiöse Übertragungen, Grenzziehungen und Zwischenräume» geht es um den Übertritt von einer Religionsgemeinschaft in eine andere. Die Vorlesung legt den Schwerpunkt auf die Vielschichtigkeiten und Ambivalenzen solcher Prozesse, indem sie Biographien einzelner Figuren von der Spätantike bis in die Moderne bespricht.

Möglichkeiten und Grenzen des Bildungssystems

Was Erziehung und Bildung überhaupt leisten können, wer Erziehung und Bildung massgeblich bestimmt und wo die Risiken des aktuellen Bildungssystems liegen – an solchen Leitfragen orientiert sich die Vorlesung «Von der Krippe zum Gymnasium. Bildung und Erziehung im 21. Jahrhundert». Neben allgemeinen Ausführungen zu den Möglichkeiten und Grenzen des Bildungssystems steht die in Medien und Politik kontrovers diskutierte gymnasiale Bildung im Fokus. Dazu präsentieren ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Analysen.

Die Vorlesungsreihe «Wohn- und Lebensformen» widmet sich den vielfältigen Veränderungen von Wohn- und Lebensformen im Alter. Thematisiert wird beispielsweise, ob neue urbane Nachbarschaften auch ein Modell für das Leben im Alter sind, wie sich Wohneigentum generationenfreundlich umgestalten lässt, oder welches die Erwartungen und Erfahrungen an das Leben in Zürcher Altersheimen sind.

Hörerinnen und Hörer der Ringvorlesung «Ursprungsgeschichten» erfahren, wie in literarischen Texten von Ursprüngen und Anfängen als einem wichtigen Bestandteil der Begründung und Legitimation von Herrschaft erzählt wird. Ursprünge sind in der bildenden Kunst, in Theologie und Philosophie als Schöpfung, als Kreislauf von Werden und Vergehen sowie als Ausgang vom und Rückkehr zum Göttlichen omnipräsent.

Literaturtheorie und schnöder Mammon

Die Ringvorlesung «Literatur(theorie) der Gegenwart» befasst sich mit literarischen Texten der letzten 25 Jahre und deren möglicher Theorieaffinität. Es handelt sich um Texte, deren theoretisches Potential möglicherweise noch gar nicht erkannt ist. Expertinnen und Experten wagen sich in dieses unsichere Gelände vor und versuchen an einzelnen Texten der Gegenwartsliteratur zu verdeutlichen, wo deren aktuelle und künftige Relevanz für die Theoriebildung liegen könnte.

Um den schnöden Mammon dreht sich die Vorlesung der Privatdozierenden. Diese nähern sich nicht nur aus ökonomischer Warte ans Thema «Geld», sondern auch aus germanistischer, medizinischer, juristischer, philosophischer oder kunsthistorischer Perspektive. So beispielsweise in den Vorlesungen «Das Kapital Kunst», «Von Geld und Kathedralen», «Geld und Macht in Faust II», «Geld in der Politik – ohne Gesetze geht es nicht» und «Geld und Medizin: ökonomische Spannungsfelder im Gesundheitswesen».

Die sieben Ringvorlesungen

Donnerstags, 18.15­­–20.00 Uhr, Universität Zürich, Hauptgebäude, Eingang Karl Schmid-Str. 4, Hörsaal 180

Interdisziplinäre Ringvorlesung der Kommission für interdisziplinäre Veranstaltungen der Universität Zürich und der ETH Zürich (KIV)

Montags, 18.15­­–20.00 Uhr, Theologische Fakultät, Kirchgasse 9, Raum 200 Ringvorlesung der Gastprofessur «Wissenschaft und Judentum» (ETH Zürich) und der Sigi-Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich

Mittwochs, 18.15­­–20.00 Uhr, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal F118 Ringvorlesung des Zürcher Hochschulinstituts für Schulpädagogik und Fachdidaktik (ZHSF) und der Universität Zürich

Mittwochs, alle 14 Tage, 18.15­­–19.45 Uhr, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal F101

Interdisziplinäre Ringvorlesung des Zentrums für Gerontologie in Zusammenarbeit mit der Age Stiftung

Dienstags, 16.15­­–18.00 Uhr, Rämistrasse 74, RAI G041 Interdisziplinäre Ringvorlesung des Kompetenzzentrums Zürcher Mediävistik

Montags, 14.15–15.45 Uhr, Rämistrasse 69, Gebäude SOC, Hörsaal 1-106 Ringvorlesung des Forums Literaturwissenschaft der Universität Zürich

Mittwochs, 18.15­–19.30 Uhr, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, Hörsaal F104

Interdisziplinäre Ringvorlesung der Privatdozierenden, Titularprofessorinnen und Titularprofessoren

Ringvorlesungen im Web