Bilder aus der Anatomischen Sammlung der UZH unerlaubt veröffentlicht

Eine ehemalige Aushilfskraft hat verbotenerweise in der Anatomischen Sammlung der Universität Zürich fotografiert, die Bilder irreführend bearbeitet und sie auf Instagram publiziert. Die Universität Zürich verurteilt das moralisch verwerfliche und inakzeptable Fehlverhalten aufs Schärfste.  

Eine ehemalige Aushilfskraft hat im Juli verbotenerweise menschliche Präparate im nicht öffentlichen Teil der Anatomischen Sammlung fotografiert. Sie erstellte mit einer eigenen Kamera Bilder von Präparaten unter Mitwirkung einer Praktikantin während der Inventur der Anatomischen Sammlung. Anschliessend bearbeitete sie diese Bilder und veröffentlichte sie auf Instagram. Diese Bearbeitung und Kontextualisierung führt zu einer Verzerrung des Sachverhalts, der nicht dem verantwortungsvollen Umgang mit Präparaten in der Anatomischen Sammlung entspricht.

Moralisch verwerfliches, inakzeptables Verhalten

Die Universität Zürich verurteilt das inakzeptable, pietätslose und moralisch verwerfliche Verhalten der Aushilfskraft sowie der Praktikantin aufs Schärfste und bedauert den Vorfall zutiefst. Als die Universität Zürich von der Veröffentlichung auf Instagram erfuhr, veranlasste sie sofort, dass die Bilder gelöscht wurden. Die Aushilfskraft sowie die Praktikantin wurden für ihr Fehlverhalten gerügt. Die Frau hat ihr Berufspraktikum als Teil ihrer Ausbildung zur medizinischen Präparatorin unter strengster Aufsicht abgeschlossen. Beide Personen arbeiten nicht mehr an der Universität Zürich. Die fehlbare Aushilfskraft hat sämtliches Bildmaterial an die Universität Zürich abgetreten. Die Universität Zürich prüft rechtliche Massnahmen gegen die beiden Personen.

Die Universität Zürich hat einen öffentlichen Lehr- und Forschungsauftrag. Ein sehr wichtiger Teil der Ausbildung von zukünftigen Ärztinnen und Ärzten findet in praktischen Kursen an verstorbenen Menschen statt, die ihren Körper für Lehr- und Forschungszwecke gespendet haben. Die Körperspenden sind für die medizinische Ausbildung grundlegend. Für die medizinische universitäre Ausbildung arbeiten denn auch jährlich mehrere hundert Studenten und Wissenschaftler direkt mit anatomischen Präparaten. Auf den respekt- und pietätvollen Umgang mit menschlichen Präparaten wird grössten Wert gelegt. Für den nicht öffentlichen Teil der Anatomischen Sammlung gibt es strikte Zugangsbeschränkungen, ein Fotografierverbot und Vorschriften für den Umgang mit Präparaten.

Sowohl die Aushilfskraft als auch die Praktikantin kannten die hohen ethischen Anforderungen im Umgang mit Präparaten und waren über die gebotene Verschwiegenheit sowie die Sicherheitsmassnahmen informiert. Das Fehlverhalten der beiden Personen ist ein Einzelereignis. Bis anhin gab es keinen vergleichbaren Vorfall.

Die beiden Personen haben sich über sämtliche Vorschriften hinweggesetzt und dadurch den Respekt gegenüber den Körperspendern und deren Angehörigen verletzt. Die Universität Zürich wird alles daran setzen, dass sich solche Vorfälle nicht mehr ereignen und prüft, wie sie die Sensibilität im Umgang mit menschlichen Präparaten weiter schärfen kann.

Die Universität Zürich bittet die Medien, im Interesse und Gedenken der Körperspender und deren Angehörigen, die verbotenerweise auf Instagram publizierten Bilder nicht weiter zu verbreiten.

Die Universität Zürich weist ausdrücklich darauf hin, dass dieser Vorfall am Anatomischen Institut der Universität Zürich in keinem Zusammenhang mit der Objektsammlung des medizinhistorischen Instituts und Museums steht.