Martin Killias mit European Criminology Award ausgezeichnet

Professor Martin Killias von der Universität Zürich erhält den diesjährigen European Criminology Award für sein Lebenswerk. Sein Engagement eine europäische Gesellschaft für Kriminologie zu schaffen, seine zahlreichen europäischen und internationalen Forschungsprojekte, sein komparativer Ansatz sowie seine Beiträge zur Drogenpolitik und zu Strafen machen den Kriminologen zu einem wohlverdienten Preisträger, wie die Jury der europäischen Organisation für Kriminologie mitteilte. 

Die European Society of Criminology (ESC) verleiht jährlich den European Criminology Award an Personen, die sich in ihrem Berufsleben besonders um die Kriminologie verdient gemacht haben. Das Award-Komitee, bestehend aus früheren ESC-Präsidenten, ehrt Professor Martin Killias von der Universität Zürich für seinen wesentlichen Beitrag zur europäischen Kriminologie.

Verdienste als europäischer Kriminologe

Killias engagierte sich stark in europäischen Verbänden für Kriminologie, Fachzeitschriften, Projekten und Fachausschüssen. Er war im Vorstand diverser Wissenschaftszeitungen für Kriminologie, arbeitete für mehrere Expertenkommissionen des Europarates und ergriff die Initiative für das European Sourcebook of Crime and Criminal Justice Statistics, das die europäischen Kriminaljustizsysteme vergleicht. Mit Kollegen gründete er die European Society of Criminology, die er als erster präsidierte.

Auf internationaler Ebene amtete Martin Killias als Experte der Vereinten Nationen und war im Lenkungsausschuss der Campbell Collaboration Criminal Justice Group. Er beteiligte sich an zahlreichen internationalen Forschungsprojekten wie Studien zur Jugendkriminalität, dem International Crime Victimization Survey und International Violence Against Women Survey. Als Autor von rund 20 Büchern verfasste er ein Standardlehrbuch für Kriminologie in Deutsch und Französisch.

Breit gefächerte Forschung

Killias’ Forschung zeichnet sich durch eine beachtliche Breite und seinen komparativen Ansatz aus. Er nahm sich so unterschiedlichen Themen an wie Jugend und Kriminalität, Drogen und Drogenpolitik, Einwanderung und Kriminalität, Strafrecht, Mord und die Verwendung von Schusswaffen, Wirtschaftskriminalität, Gewalt gegen Frauen oder die Angst vor Kriminalität und Fehlurteilen. Insbesondere erwähnenswert sind seine Forschungsexperimente in zwei Bereichen: Gefängnisstrafe versus gemeinnützige Arbeit und gemeinnützige Arbeit versus elektronische Überwachung sowie die Auswirkungen der kontrollierten Heroinabgabe.

Martin Killias wurde im Jahr 2006 an die Universität Zürich berufen als ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie. Diverse längere Auslandaufenthalte als Gastdozent bzw. -forscher verbrachte er in Genua, Oxford, Cambridge, Leiden, China, Indonesion, Kanada und in den USA.

European Society of Criminology (ESC)

Die ESC wurde im Jahre 2000 gegründet. Die Gesellschaft fördert kriminologische Forschung und Ausbildung in akademischen Institutionen sowie den fachwissenschaftlichen Austausch. Sie versteht sich als Forum für die Verbreitung kriminologischer Erkenntnisse auf europäischer und internationaler Ebene. Seit 2004 gibt sie die wissenschaftliche Zeitschrift European Journal of Criminology heraus. Seit 2007 vergibt die ESC zwei verschiedene Preise für besondere Leistungen in der Kriminologie, einen für Personen, die sich in ihrem Berufsleben besonders um die Kriminologie verdient gemacht haben und den ESC Young Criminologist Award für Nachwuchswissenschaftler.

Die Preisverleihung findet während der ESC-Konferenz, vom 4. bis 7. September in Budapest, statt.