Mehr als das Summen hören

Bienen summen. Doch ihr Klangrepertoire ist um einiges grösser und reicht vom lieblichen Plätschern bis hin zum markerschütternden Trommelwirbel. Die erstaunliche Vielfalt von Bienenklängen ist derzeit am Zoologischen Museum der Universität Zürich zu hören. Und dies weder auf Knopfdruck noch über Kopfhörer, sondern in einer begehbaren Klanginstallation des Musikers Beat Hofmann. 

Wer mit offenen Ohren den freischwebenden Klängen folgt, wird selber zur Honigbiene, zum Teil eines Bienenstaates. «be a bee» heisst denn auch die vom Musiker Beat Hofmann entwickelte Klanginstallation, welche die erstaunliche Vielfalt von Bienenklängen hörbar macht.

Im Bienenstock dem Trommelwirbel lauschen

In einem überdimensionalen, begehbaren Bienenstock dringen Besucherinnen und Besucher des Zoologischen Museums der Universität Zürich in die tiefsten Geheimnisse der Bienenklänge vor. Sie hören im Innern des Bienenstocks, dass auf dem Boden krabbelnde Bienen wie bedrohliche Trommelwirbel tönen, während sich auf den Waben liebliches Plätschern, Tröpfeln und Trippeln vernehmen lässt. Verlässt man den Bienenstock, bewegt man sich in der Anflugschneise der Bienen. Dort summt es zuerst geradezu klassisch, doch bald wird das Summen von menschlichen Stimmen abgelöst, die sich ebenso schwebend im Raum bewegen wie die Bienen. Besucherinnen und Besucher erfahren so in diesem äusseren Klangraum eine Wandlung des Naturklangs zum Kulturklang, womit die Klanginstallation künstlerischer und natürlicher akustischer Genuss zugleich wird.

Imker, Schreiner, Tontechniker und ein ad-hoc-Chor ...

Die Klanginstallation basiert auf der Masterarbeit von Beat Hofmann an der Zürcher Hochschule der Künste. Der Musiker untersuchte, welche Geräusche in einem Bienenstock wahrnehmbar sind. Die erstaunlichen, bisher kaum gehörten Geräusche und Klänge machte er durch Körperschallaufnahmen hörbar und betrieb dazu einen gewaltigen Aufwand. Er logierte ein Bienenvolk in einen mit Mikrophonen ausgestatteten Versuchskasten ein und isolierte diesen mit 300 Kilogramm Sand schalldicht. Die Spezialmikrophone verband er mit einem Computer und dies alles in Anwesenheit des Bienenvolkes, das sich möglichst natürlich verhalten sollte. Neben Berufsleuten aus Physik, Tontechnik, Film, Fotografie und Schreinerei arbeitete Beat Hofmann auch mit Imkerinnen und Imkern zusammen. Und für die Wandlung des Naturklangs zum Kulturklang in der Anflugschneise der Bienen gründete Beat Hofmann ad hoc einen Chor. Experimentierfreudige Jugendliche und Erwachsene überführten, ausgehend von den Klängen und Bewegungen der Bienen, den Naturklang der Bienen in eine eigene ästhetische Ausdrucksweise.

Neben dem akustischen Genuss gilt es, am «Gwunder-Chaschte» zu fühlen, riechen, schmecken, staunen und rätseln. Besucherinnen und Besucher begegnen hier mittwochs und an den Wochenenden Imkerinnen und Imkern. Sie stehen dem Publikum Red und Antwort und stecken es mit der Faszination Honigbiene an. Jeden Mittwoch und Samstag wird der Film «More Than Honey» des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof vorgeführt. Und zur Gaumenfreude für sich selbst oder zum Verschenken bietet der Museumsshop echten Zürcher Bienenhonig an.

Programm

nullnullnulleine Kunstinstallation mit Begleitprogramm nullnull29. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 Dienstag bis Freitag: 9 – 17 Uhr, nullSamstag und Sonntag: 10 – 17 Uhr, Montag geschlossen nullEintritt und öffentliche Veranstaltungen sind gratis. nullnullSonntage 3.11., 24.11. und 15.12.2013 sowie 26.1.2014 um 11:30 Uhr nullnullzminfo@zm.uzh.chnullnullauf Rädern – zum Staunen, Erleben und Rätseln (täglich)nullnullMittwoch und Samstag: 14:00 – 16:00 Uhr, Sonntag: 12:00 – 14:00 Uhr nullnulljeden Mittwoch und Samstag um 13:15 Uhrnull Zoologisches Museum der Universität ZürichnullKarl Schmid-Strasse 4 8006 ZürichnullTel. +41 44 634 38 38 nullzminfo@zm.uzh.chnullfacebook.com/uzh.zmnull www.zm.uzh.ch
null