Öffentliche Vorlesungen: Von Arbeit bis Kunst im Balkan

Die Universität Zürich bietet im kommenden Herbstsemester sieben Vorlesungen für die Öffentlichkeit an. Leitgebend sind dabei die Themen Arbeit, personalisierte Medizin, Parodie und Satire im Mittelalter, Grenzen des Alter(n), jüdische Erzählkultur, Kultur und Kunst im Balkan sowie die Stadtentwicklung Zürichs. Die Vorlesungen starten in der zweiten Septemberhälfte, finden jeweils am Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag statt und sind gratis. 

Ganz auf die Arbeit konzentriert sich die interdisziplinäre Ringvorlesung der Privatdozierenden. Hörerinnen und Hörer erfahren beispielsweise, wie Kinderarbeit in unterschiedlichen Kulturen beurteilt wird, ob Schmerzpatienten arbeitsfähig sind, welch tägliche Schwerarbeit unser Körper bei der Verdauung leistet und wie Arbeit in der politischen Philosophie thematisiert wird.

Personalisierte Medizin: Hoffnung oder Versprechen?

Die Forschung im Bereich der personalisierten Medizin klingt vielversprechend. Wie viel dran ist an diesem Versprechen beantwortet eine weitere Ringvorlesung. Sie thematisiert unter anderem die potentielle Bedeutung eines Gentests, ob sich personalisierte Medizin aus gesundheits-ökonomischen Aspekten rechnet und wie Versicherungen mit personalisierter Information umgehen.

Die Stadt Zürich ist nicht nur eine Ansammlung von Häusern, Strassen und Grünflächen. Sie ist auch Lebensraum, Arbeits- und Freizeitort, Kulturzentrum, Verhandlungsplatz und Begegnungsort. In der Veranstaltungsreihe «Wachstumsschmerzen», die gemeinsam von Stadtentwicklung Stadt Zürich und der Universität Zürich organisiert wird, diskutieren Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten an sieben Dienstagabenden wachstumsbedingte soziale, kulturelle und räumliche Veränderungsprozesse.

Alter(n) ohne Grenzen?

Das Alter weist auf den Tod als letzte individuell-zeitliche Grenze hin, die sich in historisch einmaliger Weise verschoben hat. Gleichwohl bleibt diese letzte Grenze nur begrenzt beeinflussbar. In der Veranstaltungsreihe des Zentrums für Gerontologie werden die Grenzen des Alter(n)s aus internationaler, interkultureller und interdisziplinärer Warte erkundet. Die Vorlesungen richten sich an die allgemeine Öffentlichkeit, besonders aber an Personen, die in einem gerontologischen Arbeitsfeld arbeiten.

Die Ringvorlesung des Kompetenzzentrums «Zürcher Mediävistik» widmet sich der Parodie, Satire und Verkehrung. Die «verkehrte Welt» ist ein Motiv, das im Mittelalter in verschiedenen Medien und Kontexten vorkam. Auf den Kopf stellen konnte man alles: das Alltagsleben, die Hierarchien oder Konventionen, wie Referentinnen und Referenten aus zehn mediävistischen Disziplinen erläutern werden.

Kultur- und Kunstnomaden des Balkans

In Folge der Kriege und politischen Umbrüche in Südosteuropa werden kulturelle Grenzen immer fliessender und Austauschbeziehungen vielseitiger. Die Vorlesungsreihe «Balkannomaden. Travelling – Crossing – Mobility» fokussiert insbesondere die freiwilligen oder unfreiwilligen Grenzgänger: die Kultur- und Kunstnomaden des Balkans, die sich in ihren Arbeiten nicht an ihrer Herkunft orientieren.

Das Erzählen ist eine elementare Leistung der jüdischen Kultur. Die Ringvorlesung «Aggada. Formen und Konstellationen jüdischer Erzählkultur» erklärt Hörerinnen und Hörern die vielfältigen Formen und Funktionen des Erzählens im Judentum anhand von markanten Beispielen in unterschiedlichen historischen Kontexten.