Mehr Master-Studierende und Doktorierende: Die Strategie der UZH geht auf

Die Studierendenzahlen bewegen sich leicht nach oben: Am 15. September beginnen 26'500 Studierende das neue akademische Jahr 2014/15 an der Universität Zürich. Während rund die Hälfte in einem Bachelorstudium steckt, ist etwa ein Viertel im Master-Studium und fast ein Fünftel schreibt ein Doktorat oder macht einen PhD. Spitzenreiter ist die Philosophische Fakultät mit rund 11'300 Studierenden, gefolgt von der Rechtswissenschaftlichen und der Wirtschaftswissenschaften Fakultät. Nach wie vor gehen mit 56 Prozent mehr Frauen als Männer an der Uni ein und aus.

Ein aussergewöhnliches Willkommen zum neuen Studienjahr: Erstmals wendet sich UZH-Rektor Michael Hengartner persönlich an die rund 26'500 Studentinnen und Studenten der Universität Zürich – per Videobotschaft auf der UZH-Website. Wiederum sind es gemäss provisorischer Statistik leicht mehr Studierende, die am 15. September ihr Studium an der UZH aufnehmen, im letzten Jahr waren es 26'387. «Sie haben eine gute Wahl getroffen», so Prof. Michael Hengartner in seiner Video-Ansprache, «und sich für einen attraktiven Studienort mit exzellenter Lehre und Forschung entschieden.» Rund 3’500 Personen studieren neu an der Universität Zürich. Die Zahl der Neueintritte wird voraussichtlich wie schon im 2013 rückgängig sein (2013: 3’867).

Die Hälfte aller Studierenden sind im Bachelor-Studium und fast ein Viertel absolviert einen Master (23 Prozent), das sind mehr als noch vor einem Jahr (21 Prozent). Etwa 18 Prozent der eingeschriebenen Personen arbeiten an einer Dissertation oder machen einen PhD (2013:17 Prozent). Diese beiden Tendenzen entsprechen der strategischen Ausrichtung der UZH, den Anteil der Masterstudierenden und der Doktorierenden im Verhältnis zu allen Studierenden zu erhöhen.

Rechtswissenschaftliche Fakultät hält Rang 2

Den grössten Zuwachs an Studentinnen und Studenten verbucht wie bereits vor einem Jahr die Rechtswissenschaftliche Fakultät: Mit fast 3’900 Studierenden hält sie vor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (rund 3'650) weiterhin den zweiten Rang. Spitzenreiter unter den Fakultäten ist unangefochten die Philosophische Fakultät mit rund 11'300 Studierenden; allerdings sind diese Zahlen wie schon in den vergangenen Jahren sinkend. Auf den Rängen 4 und 5 liegen die Mathematisch-naturwissenschaftliche beziehungsweise die Medizinische Fakultät. Die beliebtesten Fächer sind Recht, Wirtschaft und Humanmedizin, gefolgt von Psychologie, Biologie sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Das Geschlechterverhältnis der Studierenden bleibt mit 57 Prozent gleich wie 2013, die grössten Unterscheide bei der Anzahl Frauen und Anzahl Männer sind an der Vetsuisse-Fakultät zu finden mit einer klaren Frauenmehrheit von rund 600 Frauen zu 90 Männern und an der Philosophischen Fakultät, an der doppelt so viele Frauen wie Männer studieren.

Gleichviele ausländische Studierende wie 2013

Die Anzahl ausländischer Studierender (nach Staatsangehörigkeit) ist mit rund 4’660 Personen gleich wie letztes Jahr (2013: 4'656). Ebenfalls gleich bleiben die Top 5 der Herkunftsländer mit Deutschland an der Spitze, gefolgt von Italien, Österreich, China und Russland. Das konstante Niveau zeigt sich ebenfalls bei den Bildungsausländern, die ihre Zulassung zur Hochschule im Ausland erworben haben und nun an der UZH immatrikuliert sind: Mit 3’400 Personen sind gleich viele Studierende eingeschrieben wie 2013 (rund 13 Prozent).

Bei den Austauschstudierenden im europäischen Bildungsraum kann von gleichbleibenden Zahlen ausgegangen werden, obwohl die Ausgangslage für ein Mobilitätsstudium (Erasmus) wegen der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative und der darauffolgenden Sistierung der Assoziation der Schweiz an das EU-Rahmenforschungsprogramm erschwert war. Einen Austausch an einer der 193 europäischen Partneruniversitäten der UZH machen im akademischen Jahr 2014/15 insgesamt 321 Studierende der UZH (Outgoings), von denen 267 ein und 54 zwei Semester absolvieren; das sind mehr als im 2013, als 270 Personen ins Ausland reisten. Im Gegenzug dazu werden 192 Incomings an der Universität Zürich studieren, gleichviele wie 2013.

Neue Double Degree Master und mehr klinische Realität

Auf die Studierenden warten an der UZH neue Angebote: Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet etwa zwei neue Double Degree Masterstudiengänge an, einen gemeinsam mit der Graduate School of Law, Doshisha University (Kyoto, Japan) und einen mit der Faculty of Law, Catholic University of Leuven (Belgien). Das Double Degree Programm ermöglicht den Abschluss mit zwei Mastertiteln in einer relativ kurzen Zeitspanne von zwei Jahren. Im Umfeld kultureller Vielfalt sollen bei Studierenden die Kenntnisse ausländischer Rechtsordnungen gefördert werden.

Im Medizinstudium wurde das 6. Studienjahr einer Reform unterzogen. Die Vorlesungen gehen nunmehr sämtlich von klinischen Problemen und Patientenfällen aus. Die klinische Realität soll damit noch besser abgebildet werden. Ausserdem wurde ein neues Seminarformat eingeführt, in dem schwierige medizinische Fälle vor dem Hintergrund von Ethik und ärztlichem Rollenverständnis reflektiert werden.