UZH feierte ihren Gründungstag und verlieh zwölf Ehrendoktortitel

Zwölf Persönlichkeiten erhielten an der jährlichen Stiftungsfeier, dem Dies academicus, die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich – darunter Alex Godwin Couthino für die Prävention und Bekämpfung von HIV in Afrika, Margaret S. Torn für ihre konkreten Vorschläge zur Reduktion der Treibhausgase und Kaspar M. Fleischmann für sein Engagement um die Anerkennung der Fotografie. Rektor Michael Hengartner würdigte die scheidende Präsidentin des Universitätsrats Regine Aeppli und ernannte sie gemeinsam mit Peter Quadri zum Ständigen Ehrengast der Universität Zürich.

Einmal im Jahr feiert die Universität Zürich den Tag ihrer Gründung. Dieses Jahr beging sie den Dies academicus zum 182. Mal – mit zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. An diesem universitären Festtag bot sich die Gelegenheit, um voraus und zurück zu blicken. Das tat Rektor Michael Hengartner in seiner Rede, in der er für die UZH bedeutsame Ereignisse des vergangenen Jahres umriss – beispielsweise, dass die UZH die meisten SNF-Förderungsprofessuren einwerben konnte. Es sei wichtig, so Michael Hengartner, dass die UZH die besten Köpfe rekrutieren könne und sich international vernetze. Der Erfolg der UZH beruhe aber nicht nur auf Menschen, sondern auch auf einer ausgezeichneten Infrastruktur, die weiterentwickelt werden müsse, etwa gemäss den jetzt vorliegenden Masterplänen für den Campus Irchel und für das «Hochschulgebiet Zürich Zentrum». «Die vom Regierungs- und Stadtrat verabschiedeten Masterpläne legen den Grundstein für die langfristige Entwicklung der UZH an ihren beiden Hauptstandorten Zentrum und Irchel», erklärte Michael Hengartner.

Regine Aeppli und Peter Quadri neue Ständige Ehrengäste

In einem weiteren Schritt würdigte der Rektor das Engagement der scheidenden Bildungsdirektorin und Universitätsratspräsidentin Regine Aeppli, welche die diesjährige Festrede hielt. Zusammen mit Peter Quadri wurde Regine Aeppli zum Ständigen Ehrengast der Universität Zürich ernannt: Regine Aeppli für die grossen Verdienste in ihrer Funktion als Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrats, Peter Quadri für sein Engagement als Verwaltungsratspräsident der Unitectra, der Technologietransfer-Organisation der Universitäten Zürich, Basel und Bern. In seiner achtjährigen Präsidialzeit hat der Geehrte wesentlich zu den guten Beziehungen zwischen der UZH und der Privatwirtschaft beigetragen.

Vier Ehrendoktorinnen und acht Ehrendoktoren

Das Herzstück des Dies acadmicus’ war die Ernennung der Ehrendoktorinnen und Ehrendoktoren. Die Würde eines Doktors oder einer Doktorin ehrenhalber verlieh

  • die Theologische Fakultät an Prof. Dr. Adela Yarbro Collins für ihre methodisch innovativen Arbeiten zur frühchristlichen Apokalyptik und zur Johannesapokalypse sowie ihre wegweisenden Arbeiten zum Markusevangelium und zur frühchristlichen Christologie. Adela Yarbro Collins verbindet religionsgeschichtliche Weite, philologische Solidität und methodische Innovation mit einem steten Engagement zur Förderung internationaler Kooperation und der kommenden Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weit über ihren eigenen Wirkungskreis hinaus.
  • die Theologische Fakultät an Prof. Dr. John Collins, den Ehemann von Adela Yarbro Collins, für seine wegweisenden Forschungen zur jüdischen Apokalyptik und die sein Lebenswerk prägende Bemühung, die Einsichten aus den Schriftfunden vom Toten Meer für die gesamte Bibelwissenschaft fruchtbar zu machen. Die Theologische Fakultät würdigt ihn nicht zuletzt für seinen unermüdlichen Einsatz um die internationale Vernetzung der Bibelwissenschaft und seine Förderung der kommenden Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
  • die Rechtswissenschaftliche Fakultät an Prof. Dr. Detlef Liebs. Die Fakultät würdigt damit einen herausragenden Juristen, der – wie nur wenige – den klassischen Typus des geisteswissenschaftlichen Forschers repräsentiert. Seine grundlegenden Studien zur römischen Jurisprudenz von ihren Anfängen bis zum Frühmittelalter haben die Wissenschaft vom Römischen Recht geprägt und bis in die Altertums- und Geschichtswissenschaften hinein gewirkt.
  • die Rechtswissenschaftliche Fakultät an Prof. Dr. Hanns Ullrich. Sie würdigt damit seine Verdienste um die Zusammenführung von Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht. Seine bahnbrechenden Arbeiten im Umkreis von Technologie und Innovation sind das Fundament, auf dem die rechtswissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet des geistigen Eigentums heute zu weiten Teilen gründet.
  • die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät an Prof. Dr. Susan E. Jackson in Anerkennung ihrer theoretischen, empirischen und methodischen Verdienste auf den Gebieten des Nachhaltigkeitsmanagements, der Diversität von Arbeitsgruppen und des strategischen Personalmanagements. Sie würdigt damit eine Wissenschaftlerin, die sich mit wissenschaftlicher Rigorosität praktisch relevanten Problemstellungen widmet.
  • die Medizinische Fakultät an Alex Godwin Coutinho, Master of Science and in Public Health, in Anerkennung seiner überragenden Errungenschaften im Kampf gegen die HIV-Epidemie in Afrika. Während seines 30-jährigen unermüdlichen Einsatzes hat er entscheidend dazu beigetragen, dass eine erfolgreiche Prävention und Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr nur ein Privileg nördlicher Länder ist. Damit konnten viele Menschleben gerettet werden.
  • die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät an Prof. Dr. Margaret S. Torn in Anerkennung ihrer fundamentalen Beiträge zum vertieften Verständnis bio-geochemischer Prozesse im System Boden-Pflanze-Atmosphäre und deren Bedeutung für das Klima, mit denen sie einen wichtigen Beitrag zu wissenschaftlich fundierten Lösungsansätzen für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen liefert.
  • die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät an Prof. Dr. Tatsuya Nakada in Anerkennung seiner fundamentalen und nachhaltigen Beiträge zur experimentellen Teilchenphysik. Tatsuya Nakada hat mit sehr originellen Ideen die experimentelle Untersuchung der Quark-Flavours ermöglicht und war die treibende Kraft des LHCb-Experimentes am CERN.
  • die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät an Dr. Stephen C. Stearns. Sie würdigt damit nicht nur einen hervorragenden Forscher, der die Evolutionsbiologie weit über die traditionellen Grenzen des Fachs hinausgehend geprägt hat, sondern auch einen innovativen und inspirierenden Lehrer, der Generationen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Schweiz und auf der ganzen Welt förderte.
  • die Vetsuisse-Fakultät an Prof. Dr. Thomas Pfisterer in Anerkennung seiner grossen Verdienste für die Erhaltung des vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferdes, indem er dem Artenschutz dieser Tiere eine nachhaltige politische Dimension verliehen hat.
  • die Vetsuisse-Fakultät an Dorothee Stamm-Bachmann in Anerkennung ihrer grossen Verdienste für die Erhaltung des vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferdes.
  • die Philosophische Fakultät an Kaspar M. Fleischmann. Sie würdigt damit sein Lebenswerk, das in bahnbrechender Art und Weise neue Felder der Forschung und des Wissens zum Wohle der Gesellschaft eröffnet und zukunftsorientiert bereichert hat, speziell auf dem Gebiet der Theorie und Geschichte der Fotografie.

Lehrpreis der UZH und weitere Preise

Für das herausragende Motivieren der Studierenden zum Lernen erhielt Rolf Sethe den diesjährigen Credit Suisse Award for Best Teaching. Rolf Sethe ist Professor für Privat-, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich.

Das Forschungsstipendium der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung ging an Dr. med. Ardan M. Saguner. Die Wissenschaftspreise der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung erhielten Dr. med. Britta Maurer und Dr. med. Daniel Rittirsch.

Jahrespreise der Fakultäten 2014

Die Jahrespreise der Fakultäten 2014 erhielten Ute Nürnberg (Theologische Fakultät), David Suter (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Simon Alder (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), Andres Ort (Medizinische Fakultät), Martina Kohler (Vetsuisse-Fakultät), Justyna Jaguscik (Philosophische Fakultät) und Christian Elsasser (Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät).

Jahresbericht 2014: 25'634 Studierende profitieren von verbesserten Betreuungsverhältnissen

Der soeben veröffentlichte Jahresbericht der Universität Zürich liefert spannende Einblicke in diverse Forschungsprojekte und zeigt die faszinierende Vielfalt der Lebens- und Bildungswege von 15 jungen Studierenden im Bildporträt.

Abgerundet wird der neue Jahresbericht durch Statistiken und Finanzzahlen: Im Herbstsemester 2014 waren insgesamt 25'634 Personen an der Universität Zürich eingeschrieben, hinzu kommen 722 Weiterbildungsstudierende mit dem angestrebten Abschluss «Master of Advanced Studies». Verglichen mit dem Jahr 2013 (25'715) bleibt die Studierendenanzahl somit auf einem konstant hohen Niveau. Mit 4'229 neuen Studierenden ist die Anzahl der Neueintritte im Vergleich zum Vorjahr (4'477) um 5,5 Prozent gesunken. Unter die Neueintritte zählen auch 365 Masterstudierende (Vorjahr: 372) sowie 631 Doktorierende, deren Anteil leicht gestiegen ist (Vorjahr: 608).

Die von den Neustudierenden am meisten nachgefragten Fächer waren Rechtswissenschaft (592), Wirtschaftswissenschaften (564), Humanmedizin (479), Psychologie (420), Biologie (230) sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaften (209). Das gesamtuniversitäre Betreuungsverhältnis konnte um gut zwei Studierende pro Professur gegenüber dem Vorjahr verbessert werden – durchschnittlich fielen im Berichtsjahr 43,7 Studierende auf eine Professur. Diese Verbesserung konnte insbesondere durch die kontinuierliche Nachwuchsförderung erzielt werden: Im Jahr 2014 wurden 26 neue Assistenzprofessorinnen und -professoren ernannt.

Der konsolidierte Umsatz des Berichtsjahres betrug rund 1’350 Millionen Franken und stieg damit um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (rund 1’379 Mio. CHF). Die Steigerung ist im Wesentlichen auf die erfolgreiche Fördermitteleinwerbung von Dritten durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weiter steigende Grundbeiträge des Bundes und der übrigen Kantone zurückzuführen.

Jahresberichte der UZH